The Beatdown – Walkin’ proud

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Auf ihrem dem 2. Album kombiniert die Band aus Montreal gekonnt Heavy Rocksteady mit einer Prise 60s-Soul. Die dreckige Reggae-Variante aus der Tiefgarage reflektiert den rauen, ungeschliffenen Sound, der frisch und lebendig den 60′s-Garage-Punk und Freak-Beat in das Hier und Jetzt transportiert. Rau vor allem deshalb, weil die Platte überwiegend Live im Studio eingespielt wurde. Im Vergleich zu anderen, oftmals glatt gebügelten Platten aus dieser Richtung, schaffen es THE BEATDOWN auf diese Weise eine gesunde Portion Rotz in ihre Stücke zu legen. So behält dieses Album viele Ecken und Kanten und bleibt unpoliert, und dadurch sehr energiegeladen.

Der dreckige Groove von Oldschool-Ska, Skinhead Regge und Rocksteady trifft auf TwoTone Ska, Mod-Sound und die britischen Pioniere wie THE CLASH, STIFF LITTLE FINGERS oder THE RUTS. Musikalisch unterstützt von Orgel, Piano, Mellotron, Bläsern und Percussion und gekrönt von der rauen Stimme von ALEX GIGUERE liefern THE BEATDOWN 13 echte Offbeat-Perlen ab. Die somit transportierte Stimmung ist vollkommen relaxt, besitzt aber auch eine unterschwelliger, 60s-punkrockige Aggressivität.

Mal mit Twang und Surfeinlagen, kontrolliert aber hemmungslos, melodisch, kraftvoll und sehr gut tanzbar. Die Allnighter-Stimmung ist grandios und ausgelassen. “We’re ready to go, back to where we belong”. Der markante Gesang und der Stomper ist ein absoluter Lustgewinn. Und die Lust an der Musik liegt am Vernehmen adäquater Harmonien, die uns in eine bestimmte Stimmung versetzen, die wir als angenehm empfinden. Von den Harmoinen haben THE BEATDOWN einige parat u.a. Wehmut und Heimweh, Sehnsucht und Fernweh.

In Zeiten, in denen wir die Wiederkehr von imperialistischen Kriegen und ein großmacht Streben erleben, in denen die einen Freiheit mit dem Recht von Gods own country übersetzen und nach Belieben unter dem Vorwand der globalen Bekämpfung des Terrorismus fremde Länder bombardieren. Während wir im Hinblick auf lang anhaltende soziale Krisen innenpolitisch von unseren VolksvertreterInnen vorsorglich schon zu Terroristen abgestempelt werden, haben wir allen erdenklichen Trost nämlich bitter nötig.

“Walkin’ proud(…)get this party started”. Zwei Komponente, die THE BEATDOWN immerwieder aufgreifen und propagieren, bis es aufhört Weh zutun. Halte es einfach, hab ‘ne gute Zeit, bleib dir treu. Diese Erkenntnsikultur ist keine Protestkultur. Die Intention liegt klar an dem Anspruch, die HörerInnen mit gesteigerter Emotionalität im Windschatten mitzunehmen ans Ende einer langen Straße, die man Sehnsucht nennt.

by Opa Koslowski (http://invia1200.wordpress.com)