SKA

Sie sind hier

Talco Maskerade – Locktown

Im August 2020 kam schon die Ankündigung eines neuen Albums der italienischen Ska-Punk-Kapelle Talco. Eigentlich sollte ihr Album „Videogame“ erscheinen, dies wurde aufgrund des Lockdowns um ein Jahr verschoben. Alles kam aufgrund von Corona anders und die Band strandete mehrere Wochen in Venedig. Berichten zufolge gleicht die Insel der Liebe seit fast einem Jahr einer einsamen Insel. Aus dem Lockdown machten die Jungs ein neues Projekt und wählten den Bandnamen TALCO MASKERADE und den nicht sonderlich kreativen aber passenden Albumtitel „Locktown“.

Talco zeigen sich in 14 Songs in einem neuen Gewand, präsentieren 2 neue Songs vom kommenden Album. Klassiker wie „La Verità“, „La Torre“ oder „Testamento Di Un Buffone“ kommen in einem klaren Klangbild daher. Einige der neuen Tracks, wie „La Mia Perte Peggiore“, „Fine Di Una Storia“ oder „Freak“, gehören zu den besten Songs, die Talco bisher geschrieben haben. Songs wie "San Maritan", "Danza Dell'Autunno Rosa" zünden ein Feuerwerk ab, also alles dabei.

Insgesamt kommt Locktown intimer, geradliniger und etwas behäbig daher. Das Punk aus „Ska-Punk“ wird in Teilen gestrichen, denn instrumental darf man sich auf Banjo, Ziehharmonika, Streichern und Piano freuen, so dass wir in Teilen beim Klezmer landen. Alles in allem hat das Album mehr zu bieten, als ein typisches Akustik Album mit Gesang und Akustik-Gitarren-Sound. Allein die Bläserfraktion gibt dem Ganzen mehr Schwung.

Jan

Frau Doktor - Onkel Punk

Nach zehn Jahren Abstinenz melden sich Frau Doktor aus Wiesbaden pünktlich zum 25 jährigen Bestehen mit ihrem neuen Album "Onkel Punk" zurück.

Den Anfang des neuen Albums macht der Titel "Sommer". Während es draußen mittlerweile kalt und neblig ist, erfreut uns Frau Doktor mit Polen Ska, Pop, Punk, Reggea und macht klar, dass das Feuer noch lichterloh brennt und noch nicht alles gesagt ist. So gibt es rund um die zahlreichen Mitsingphasen die großen und kleinen Dinge des Alltags mit ernster oder gar klarer politischer Note.

Groovig wird es bei "Zeiten", einer gesellschaftskritischen Abrechnung. So endet der Song mit der Zeile „if you have a racist friend, now is the time for you friendship to end“. Klare Ansage, muss man nicht weiter kommentieren. Bei den Cover-Stücken "Birk's works", "She's the one" keimt spielerische Stärke auf und mit "Emilie Rose" endet der Reigen mit einem eingängigen Smasher samt versöhnlichem Ende. Dazu ein schönes Artwork, mit Faltblatt samt Texten, so wie man es aus dem Hause Rookie gewohnt ist. Frau Doktor machen mit "Onkel Punk" deutlich, dass sie ihrer selbst-ironischen, kritischen Haltung treu geblieben sind und, dass ihre Reunion mehr sein wird als ein Abklatsch der alten Alben. Sehr schön das Ganze.

Dr. Ring Ding - The Remedy

Irgendwann im Frühjahr tauchte die Plattenankündigung zum neuen Album vom Doktor aka Richie Alexander in der Social Media Timeline auf. „Gott sei dank“ dachte ich, denn kurz vorher gab er seinen Ausstieg bei den Busters bekannt und so etwas wie Ruhestand machte die Runde.
Da es im Münsterland wahrscheinlich eh ziemlich beschaulich zugeht und die einzigen Bretter die da die Welt bedeuten senkrecht zu Scheunen verbaut werden, dürfte dem Doktor ziemlich schnell langweilig gewesen sein und er suchte sein Heilmittel im inzwischen siebzehnten Studioalbum.

Also rechtzeitig bei Matzge von Prok Pie gemeldet und ab ging die Post. Doch im ersten Umschlag fehlte die CD, beschädigter Umschlag und womöglich ein Postbote, der jetzt seine Runden mit The Remedy dreht. An der Stelle Danke an Matzge für ein zweites Exemplar.

Über den größten Universalist jamaikanischer Musik hierzulande, muss ich glaube nicht viel schreiben. Auf dem neuem Album überzeugt er einmal mehr in allen siebzehn Songs mit grandiosem Jamaika-Patois.

Sehr zu empfehlen ist „Polska Wodka“, der Song passt super zur Grenzregion des Schreiberlings und sollte hier mal auf dem Stadtfest zum Besten gegeben werden!

Weitere Highlights auf dem Album sind neben dem Ska-getriebenen „Fun“ und der Raggamuffin-Hymne „Unity“der Titeltrack, mit der jamaikanischen Dancehall-Sängerin Sista Gracy. Und auch die Dub-Reggae-Version des Radiohead-Hit „Creep“ weiß auf Anhieb zu gefallen und auch sonst kommen Freunde von El Bosso & die Ping Pongs, Senior Allstars mit dem Album auf ihre Kosten und in den Genuss von feinem Reggae, Rub-A-Dub, Roots und Ska.