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The Busters - The Busters

Es ist Herbst, es ist grau, nass und ziemlich früh dunkel. Zeit also für was erhellendes, etwas was dir den Blues nimmt. Was zum Mitsingen zum Abgehen, ihr kennt das. Und weil The Busters wahrscheinlich genauso denken, gibt es pünktlich zur grauen Jahreszeit eine neue Platte. Da die Jungs nach 32 Jahren kein Bock mehr auf Schnickschnack und Schnörkel haben, heißt das Album schlicht und ergreifend The Busters.

15 Tracks sind auf dem Album zu hören. Vor einigen Tagen präsentierten die Jungs ja schon ihr erstes Musikvideo zum Album und so wie es mit dem Track Melodies anfängt, so geht das Album weiter. Kraftvoll und spritzig kommen die Songs daher und dürften auch live gut abgehen. Vom klassischen Two-Tone über Dancehall bis Rockbeats ist alles dabei. Gescheut wird sich auch nicht vor Gitarrensolos und Crossoverklängen.

Inhaltlich legt man den Finger ordentlich in die Wunde und greift in mehreren Tracks auf den Rechtsruck auf und macht Ska against racism zum Motto des Albums.

The Busters werden auch nach über 32 Jahren nicht müde und werden einmal mehr ihrem Ruf als Institutionen in Sachen Ska aus Deutschen Landen mehr als gerecht. Wer sich zum Jahreswechsel nochmal eine richtig gute Ska-Scheibe gönnen will, sollte hier unbedingt zugreifen.

Yellow Cap – Too Fucked To Go

Da sind sie wieder, die Ska-Recken aus Görlitz. Die Stadt, in der man traditionell wohl Bratwürste in der Weihnachtszeit kredenzt, kann seit Jahren eine Konstante der deutschen Ska-Szene vorweisen. Mindestens seit 2003 haben sie auch schon das ein oder andere Mal in unserem bescheidenen VoiceOfCulture-Universum eine Rolle gespielt. Live ist die Band immer ein guter Tipp, um zu sehen, dass toller 3rd-Wave-Ska aus Deutschland immer noch locker flockig überzeugen kann.

Mittlerweile sind Yellow Cap nun also schon 20 Jahre dabei und beschenken sich und ihre Fans mit einer neuen – vom langjährig befreundeten brasilianischen Künstler „Shiron the Iron" wunderbar gestalten – Scheibe. „Too Fucked To Go“ heißt also das Jubiläumswerk, welches auf 13 Songs geschickt von treibenden Uptempo-Nummern über entspannte Layback-Titel bis hin zum Instrumental „Theme de Fantomas“ durch die verschiedenen Facetten der Ska-Musik mit Rocksteady-/Reggae-Anleihen führt. Aufnahmetechnisch hat man sich einen raueren Sound zugelegt, was vermutlich dadurch gelingt, dass viele Instrumente live und gemeinsam aufgenommen wurden. Dass die Band kosmopolitisch unterwegs ist, versteht sich bei der Musik irgendwie von selbst. Seit Jahren touren Yellow Cap regelmäßig in Brasilien und mit „Safe & Sound“ setzt man sich auch textlich mit aktuellen politischen Themen auseinander.

Wie ist sie also die neue Platte? Vergleiche wie „…das erinnert an Bands wie"… oder „…inspiriert von …“ sind wenig hilfreich und in Zeiten von Streamingangeboten etc. auch irgendwie obsolet. Einfach reinhören und selber entscheiden, würde ich sagen! Genügend Chancen dazu bietet das Internet. Für den „hängengebliebenen Ska-Enthusiasten“ (also mich) gibt es auch nette kleine Sidekicks, wie etwa beim Titeltrack, welcher einen spontan „Immer nur Ska“ aus der Hirnschublade kramen lässt. Spaß bringt die gut gelaunte Scheibe auf jeden Fall.

Als Option für ein Weihnachtsgeschenk ist es wahrscheinlich schon zu knapp, aber das Geld der Lieben, welches man vielleicht wieder auf Grund allgemeiner Kreativlosigkeit eingesammelt hat, kann man bei Gefallen perfekt in eine bei Pork Pie erschienenen CD oder streng limitierter LP-Ausgabe (Klappcover und mit Free Download Code) investieren.

OXO 86 - Rien ne va plus

Die Jungs aus dem Brandenburgischen Bernau hauen mal wieder einen raus. ’Rien ne va plus’ heißt die neue Scheibe und ist das achte Album der 5 Jungs.

Den Einstieg ins Album macht der Song ’Rien ne va plus’, nichts geht mehr in Sachen Liebe, wenn alles gesagt ist, ist alles gesagt. Aus und vorbei.
Der Endzeitfaktor wird auf ’Rien ne va plus’ groß geschrieben, sei es das Ende von Liebesbeziehungen und Freundschaften oder eben der Anfang vom Ende.

Neben ernsten und nachdenklich stimmenden Texten, kommt der Spaßfaktor natürlich nicht zu kurz. So gibt es eine grandiose Würdigung des Spätverkaufs und der Szenerie die sich nachts nach dem Tanzen in ihm abspielt. Ebenso kommt das Trinken nicht zu kurz und so sucht der Mensch sein Frieden in einem guten Glas Whisky oder Bier. Das kann man zwar nicht streicheln, wie im Song ’Schade’ besungen, hin und wieder streichelt es jedoch die Seele…

Das OXO auch sozialkritisch können geben sie in ’Unsere Stadt’ zum besten und kritisieren die Gentrifizierung und Verdrängung. Im Song ’Auf gehts’ geht es um Zweifel und verlorenen Glauben, um Reflexion und das Bestehen im Alltag in dem Faschisten hofiert werden und mit der deutlichen Ansage das nur wir selber das ändern können.

Musikalisch gibt es den bekannten OXO Sound mit der treibenden und kraftvoll gespielten Trompete und der alt begannten Ohrwurmgarantie. Ich denke bei den Jungs von OXO geht noch eine ganze Menge und sie werden uns noch eine ganze Zeit mit ihrem Ska Punk beglücken.