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PC TOYS - Strange Outta Strausberg

„Strange Outta Strausberg“ ist die zweite EP der Jungs aus Strausberg. PC Toys sind Hansi Mac, Diggahdeanz, beide für den Rap verantwortlich, sowie Newk_ill als Dj und Donald Digg (Beats) und kommen aus Strausberg, den immer wieder unterschätzten Vorort von Berlin.

Hansi und Digga kenne ich schon ziemlich lange. Damals war es in der Strausberger Horte. Ich fand es ziemlich witzig, als ich letztes Jahr gelesen habe, dass sie auf dem Oderbruch Open Air (OBOA) spielen werden.

Mit „Strange Outta Strausberg“ bringen die Jungs 6 Songs raus, welche gesellschaftskritisch daherkommen. Die Stücke sind als melodischer Battle-Rap verpackt und werden mit eigenem Sound und Beats garniert. Die EP ist eine Hommage an Strausberg und das ganze subkulturelle Drumherum, um das kulturelle & soziale Wohnprojekt „Horte“, sowie die anderen alternativen Wohnprojekte in der Stadt. PC-Toys beschreiben das Leben in der kleinen Stadt vor den Toren Berlins und machen auf schlechte, aber auch gute Dinge in der Umgebung aufmerksam, jene treffen auch durchaus auf andere Städte in Brandenburg zu.

Wer also politisch angehauchten Battle-Rap und Berliner Vororte mag, wird mit PC-Toys nichts falsch machen und sollte die Augen aufhalten, denn sie dürften auf dem ein oder anderen Festival im Sommer zu hören sein.

The Stanfields – Limboland

Das mittlerweile fünfte Album der Band gefällt mir wieder etwas mehr als dessen Vorgänger. Ich beobachte die Band ja schon einige Jahre und war sofort in deren rauen aber dennoch melodischen Sound verliebt. Das letzte Album ist mir dann doch zu seicht geworden, weshalb ich glücklich bin, dass es diesmal wieder etwas rauer aber nicht unrund zur Sache geht. Vielleicht ist es aber auch die große Abwechslung, die mich dieses Mal begeistert. Neben ruhigen Songs wird musikalisch aber auch inhaltlich ordentlich aufs Gaspedal getreten. Hier ein bisschen Folk, da ein bisschen Rock und über allem die Pubrauch geschwängerte Luft. Grundsätzlich gefällt mir dabei, dass die Band um Frontmann Jon Landry, die zwei Besetzungswechsel zu verkraften hatte, thematisch nicht resigniert, obwohl die verfickte Welt gerade allen Grund dazu liefert. „Your Flag (won´t save you anymore)“ ist da echt der Soundtrack, selbst nicht zu verzweifeln. Ganz starkes Album, welches ohne Ende Kraft geben kann und gibt, wenn man sich darauf einlässt.

BSÍ – s/t

Und noch eine Platte vom Berliner Tomatenplatten Label. Aufgrund seiner vielen Touren mit seiner Band lernt Betreiber Thomas Götz sicher einen Haufen interessanter Musikerkollegen kennen. Und wenn diese mitbekommen, dass er auch ein kleines Label betreibt, stell ich es mir nicht einfach vor, eine Auswahl zu treffen, was er dort veröffentlichen möchte. Bei der isländischen Band BSÍ, benannt nach dem Busbahnhof der Hauptstadt, scheint es aber funktioniert zu haben.
Dass Island eine sehr aktive Musikszene hat, ist hinlänglich und nicht erst seit BJÖRK oder EMILIANA TORRINI bekannt. In Keflavik, nahe des isländischen Hauptflughafens, gibt zum Beispiel ein sehr interessantes Musikmuseum (The Icelandic Museum of Rock and Roll), welches ich jedem empfehlen kann, der sich dort mal in der Nähe befindet.
Die Debüt-EP des Duos erscheint dann gleich mal international und ist eine Kooperation mit dem in Reykjavik ansässigen Why Not?-Label. Zu hören gibt es 3 Tracks lupenreinen Postpunks, wobei gerade die melancholische aber leicht daher kommende B-Seite brilliert. In die Indie-Richtung gehend fallen mir nicht allzu viele Vergleiche an. Stellenweise werde ich an THE GENTLE WAVES oder BELLE & SEBASTIAN erinnert. Hat was.